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On my way ... nüchtern durch den Januar

... und durch mein ganzes Leben


Zunächst: Ich will niemandem sein „gutes Glas Wein zum Essen“ madig machen, noch das wohlverdiente Feierabendbier und auch nicht den Prosecco, den man sich für eine anstrengende Woche oder einen erfolgreichen Geschäftsabschluss gönnt. Dass jedoch tatsächlich darüber diskutiert wird, ob ein Monat ohne Alkohol Sinn macht, kann ich nicht nachvollziehen.


Wir sprechen von einem Nervengift, das absolut keinen positiven Aspekt hat, ausser, dass es uns ermöglicht, Dinge für einen kurzen Moment anders wahrzunehmen; sich Menschen erträglich zu trinken, Probleme und Sorgen zu verdünnen oder die Anstrengungen und Überforderungen des Alltags nicht fühlen zu lassen. Gerade „High PerformerInnen“ (hochfunktionale TrinkerInnen) – dazu zählen auch Familienfrauen, deren Trinkverhalten Teil ihres Erfolges ist, zahlen einen hohen Preis.


Und ja, all diese Faktoren können sich kurz- und mittelfristig positiv auf unser berufliches und privates Leben auswirken. Wer umgibt sich nicht gerne mit Menschen, die „allzeit bereit“ sind, super flexibel, tolerant und „schmerzfrei“, wenn es darum geht, soziale Kontakte zu pflegen, die man sich nicht selbst ausgesucht hat?


Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung hat sich meine Meinung hinsichtlich Alkohol und seiner Auswirkungen auf „Körper, Geist und Seele“ radikal verändert. Ich bin seit über zwei Jahren nüchtern, und es gibt keinen Tag, an dem ich diese Entscheidung bereue.


Ganz im Gegenteil. Die grösste Bereicherung ist die Möglichkeit, den Schmerz wahrzunehmen, der durch Alkohol betäubt war. Zu fühlen, wenn ich erschöpft bin, oder zu erkennen, welche Menschen oder Situationen mich Kraft kosten, und entsprechend zu handeln. Nicht mehr zu trinken hat mir die Möglichkeit genommen, mich nicht zu respektieren. Ich kann mich nicht mehr ignorieren.


Ich will diesen Prozess nicht romantisieren – ganz im Gegenteil. Mir nicht mehr ausweichen zu können, ist richtig anstrengend, schenkt mir aber auch viel Freiheit.


Bitte fühlt euch frei, eure Meinung zu äussern. Ich danke euch allerdings für euer Verständnis, dass ich über meinen Standpunkt nicht diskutieren.



 
 
 

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